Prinz Heinrich von Preussen

Prinz Heinrich von Preussen, dieser Name ist vielen sicher nicht so bekannt wie der seines Bruders, König Friedrich II. von Preußen. Aber Prinz Heinrich war eine der interessantesten Persönlichkeiten der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, ein Europäer. So auch der Titel einer Ausstellung, die 2002 im Schloss Rheinsberg gezeigt wurde: „Prinz Heinrich von Preussen - Ein Europäer in Rheinsberg“. Meist aber stand Prinz Heinrich im Schatten seines „großen“ Bruders Friedrich. Theodor Fontane schrieb in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“: „Das harte Los, das dem Prinzen bei Lebzeiten fiel, das Geschick, durch ein helleres Licht verdunkelt zu werden, verfolgte ihn auch im Tode noch.“


Prinz Heinrich, oder Friedrich Heinrich Ludwig von Preußen, so sein voller Name, wurde am 18. Januar 1726 im Berliner Schloss geboren. Heinrich war der dritte Sohn von Friedrich Wilhelm I. und Sophie Dorothea. Obwohl sein Bruder Kronprinz Friedrich ihn bei der Taufe über das Taufbecken hielt, hatten beide Brüder in jungen Jahren nicht viel miteinander zu tun. In dieser Zeit standen sich Heinrich und seine jüngeren Brüder Wilhelm und Ferdinand sehr nahe. Sie wurden von hugenottischen Erziehern in Französisch unterrichtet und erzogen, was auch Heinrichs Liebe zu Frankreich und der französischen Kultur erklärt.


Nach dem Tod Ihres Vaters wurde Kronprinz Friedrich 1740 König und der gerade vierzehnjährige Heinrich zum Oberst ernannt. Schon 2 Jahre später musste Heinrich an der Schlacht bei Chotusitz teilnehmen. Über die vielen Verluste war Heinrich tief erschüttert. Als er später als Befehlshaber selbst Verantwortung übernehmen musste, versuchte er immer, ohne verlustreiche Schlachten sein Ziel zu erreichen. Das machte ihn bei seinen Soldaten beliebt. An dieser Haltung Heinrichs entbrannte oft Streit mit seinem Bruder Friedrich. 


Am 25. Juni 1752 heiratete Prinz Heinrich die Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel. Durch die Heirat und die Erlaubnis des Königs wurde Schloss Rheinsberg zum ständigen Wohnsitz Heinrichs und seiner Frau. Das Schloss wurde zu seinem Rückzugsort und Musenhof. Er baute es um und machte aus dem Schlossgarten ein Gartenreich. Er sagte: „Ich bin hier in meiner Hütte so glücklich, dass ich nicht mit dem Großmogul tauschen möchte.“ Heinrich lud namhafte Künstler und Baumeister nach Rheinsberg ein. Mit Schauspielern und Musikern spielte er mit großer Begeisterung Theater. Oft übernahm er in Theaterstücken die Hauptrolle. In Rheinsberg feierte er auch große Feste. Für seine Schwester Amalie gab er ein 14-tägiges Fest. 


Heinrich unternahm einige diplomatische Missionen, beispielsweise 1771 nach Russland. Bei Katharina der Großen sollte er für eine Begrenzung des russisch-türkischen Krieges sorgen. Zwei Reisen, 1784 und 1788 bis 1789, führten Prinz Heinrich nach Frankreich. Der Thronwechsel 1786 führte dazu, dass der Prinz politisch keine Einflussmöglichkeiten mehr hatte. Schließlich zog sich Heinrich nach Rheinsberg zurück. 


Heinrich starb am 3. August 1802 im Schloss Rheinsberg und wurde in einer von ihm entworfenen kleinen Pyramide im Schlosspark beigesetzt.



Dieses Portrait wurde dem Herzog von Nivernais gewidmet. Prinz Heinrich und der Herzog verband eine enge Freundschaft. Am Sockel des Oval befindet sich ein Lobgedicht auf Prinz Heinrich von Chevalier Stanislaus Jean de Boufler.



Claude Dimin Vinsac; Prinz Heinrich vonPreussen, 1789;Radierung 24,5 x 16,3 cm; „Vinsac delineavit et sculpsit 1789“
Inventarnummer: GrPH64647








C. Preisel, C. Geyer.sc; Prinz Heinrich von Preußen, 1850, Stahlstich 14 x 11 cm; 
Inventarnummer: GRPh38711